Nehad El-Sayed

nehad_el_sayed_600x600b1998 – 2001       Studium am „Arabic Oud House“. Erster diplomierter Solist dieser Ausbildung mit Auszeichnung
2005 – 2008       Hochschule der Künste Bern. Bachelor in Composition and Theory
2008 – 2010       Hochschule der Künste Bern. Master of Arts in Composition and Theory (Minor Jazz & Medienkunst)

In der arabischen Musik hat die Laute eine ähnlich zentrale Bedeutung wie das Klavier in der europäischen. Nehad El-Sayed gehört zu den talentiertesten Oud-Spielern der Welt. 2001 schloss er seine Ausbildung an der Kairoer Beit El-Oud, der einzigen arabischen Hochschule für arabische Laute, mit Auszeichnung ab. Da und ebenfalls am Cairo Opera House wurde er schon während seines Studiums als Dozent angestellt und 2004 als ihr Vertreter für 3 Monate nach Algerien entsandt. Er ist mit den verschiedenen Typen und Repertoires der arabischen Klassik eng vertraut, spielt auch Sufi-Musik und befasste sich schon früh mit der modernen arabischen Komposition. Der sympathische, weltoffene Musiker erwarb sich einen Namen mit Auftritten an verschiedenen grossen Festivals in Kairo und Alexandria, besuchte mit dem renommierten Oyoun Ensemble Oman, Syrien, Libanon, Algerien, Jordanien, Tunesien und Italien, war Gast des Institut du Monde Arabe in Paris (2000), des Oud-Symposiums in Marrakech (2002) und trat im gleichen Jahr mit dem Beit El-Oud El-Araby Trio am Babylon Festival auf. Er ist auch 1. Preisträger des ersten Oud-Wettbewerbs, der im Jahr 2000 von der Arabischen Liga in Ammann (Jordanien) organisiert wurde. 2005 war er Artist in Residence der nationalen Kulturstiftung Pro Helvetia in der Schweiz und realisierte in dieser Zeit drei interkulturelle Projekte. 2005 begann er auch ein Kompositionsstudium an der Hochschule der Künste Bern HKB, wo er im Sommer 2008 den Bachelor in Composition and Theory erhielt und im September 2010 mit dem Master of Arts in Composition and Theory abschloss.

In den letzten Jahren konnte sich Nehad El-Sayed auch in der Schweiz als Oud-Solist einen Namen machen. Zudem wurden verschiedene seiner Kompositionen aufgeführt, und er erhielt mehrere Kompositionsaufträge (Medizinerorchester Bern, Ensemble Vortex Genève, Spiegel Chor Bern, Berner Kammerorchester, Jugendorchester Köniz/JOK). Einerseits bestens informiert und stark verwurzelt  in der ägyptisch-arabischen Kultur, ist Nehad El Sayed sehr weltoffen und tritt mit seinen musikalischen Kreationen in einen Diskurs mit dem Westen und lässt sich von sehr unterschiedlichen Einflüssen inspirieren. Diesen Brückenschlag, den alten Austausch zwischen Orient und Okzident,  weiter zu führen und zu aktualisieren, ist ihm ein wichtiges Anliegen, sowohl in seiner Kompositionssprache als auch mit interkulturellen Projekten.  Dabei geht es nicht nur um Synthese und Evolution, sondern auch den ebenbürtigen Dialog und das spielerische Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Mentalitäten und stilistischen Positionen – von arabischer Tradition bis zu John Cage und „musique concrète“. Kein Wunder, dass seine Kompositionen auch für die verschiedensten, oft überraschenden Besetzungen geschrieben sind. Wie auch seine Lebensgeschichte thematisieren sie mit Empathie und humorvoller Menschlichkeit etwas von der heutigen Heterophonie oder Kakophonie der Weltgesellschaft.